""
close

  • Meinem Vaterland, der Republik Polen treu sein

     

  • NACHRICHTEN

  • 2 März 2015

    Scouts aus Polen, London und München ehrten das Andenken an Scoutmaster und Priester Stefan Wincenty Frelichowski.

    Polnische Pfadfinder von der Schar „Seliger Priester Stefan Wincenty Frelichowski“ aus Legnica (Liegnitz) ehrten den 70. Todestag ihres Namensgebers, der seit dem 14. Dezember 1940 im KZ Dachau (Häftlingsnummer 22492) inhaftiert war und am 23. Februar 1945 an Fleckfieber verstarb.

     

    Frelichowski wurde von Papst Johannes Paul II. am 7. Juni 1999 in Toruń (Thorn) seliggesprochen und ist laut Entscheid der obersten polnischen Kirchenhierarchie seit dem 23. Februar 2003 Schutzpatron der Polnischen Pfadfinderbewegung.

     

    Während ihres Bayernbesuchs nahmen die polnischen Pfadfinder gemeinsam mit ihrem Geistlichen und Generalkonsulin Justyna Lewańska u.a. an einem Festgottesdienst in der Kapelle des Karmeliterinnenkloster beim KZ Dachau teil.

     

    Die Hohe Messe zelebrierte Prälat Franz Josef Bauer, ehemaliger Seelsorger des KZ-Museums Dachau, gemeinsam mit sechs deutschen und polnischen Geistlichen. Den Lebensweg des „Seligen Priesters Wicek“, Schutzpatron der polnischen Pfadfinderbewegung, hat die Vorsitzende des deutschen Freundeskreises der Seliggesprochenen aus dem KZ Dachau, Monika Neudert, nachgezeichnet und ihn hier auch selbst vorgetragen.

     

    Neben den deutschen Gastgebern waren zahlreich erschienen: polnische Pfadfinder aus München und dem Niederschlesischen ZHR-Fähnlein mit ihrer Fahnenpost, Vertreter der polnischen Diaspora mit ihren Geistlichen, die Generalkonsulin, die ZHP-Vorsitzende im Ausland, Scoutmaster Dr. Teresa Ciesierska und das ZdK-Mitglied und Präsident des Konvents der Polnischen Organisationen in Deutschland, Prof. Dr. Piotr Małoszewski.

     

    Nach dem Gottesdienst fand auf dem Platz beim ehemaligen KZ eine kurze, dem Seliggesprochenen gewidmete Andacht statt. Im Kerzenschein wurden in Deutsch Auszüge aus Briefen von Priester Frelichowski verlesen und an bleibende Momente aus seinem Lagerleben erinnert, dabei sein „Heroismus, sein Charisma und seine tiefe Gottgläubigkeit“ betont.

     

    Zum Abschluss wurden an der Christus-Schmerzensmann-Kapelle der KZ-Gedenkstätte Dachau, eben dort, wo mit einer Gedenktafel an die Zahl der hier ermordeten polnischen Geistlichen erinnert wird,  Kränze niedergelegt und Grablichter entzündet. Laut Archivunterlagen wurden im KZ Dachau 2720 Geistliche (verschiedener Nationalität und Glaubensgemeinschaften), darunter allein 1780 Polen bestialisch gequält. Von diesen polnischen Priestern wurden 868 ermordet oder sind an den hier herrschenden Bedingungen uns Leben gekommen.

     

    Bei der Zusammenkunft mit den Pfadfindern im Polnischen Generalkonsulat unterstrich Generalkonsulin Justyna Lewańska wie wichtig es sei, die junge Generation im Geiste des Patriotismus zu erziehen und das Andenken an historische Ereignisse wach zu halten und zu pflegen. Auch über die in der polnischen Diaspora in München neu entstandene Polnische Pfadfindergruppe wurde sich ausgetauscht.

     

     

    Print Print Share: