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  • Meinem Vaterland, der Republik Polen treu sein

     

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  • 30 Juni 2019

    Das Generalkonsulat der Republik Polen in München und das Museum des Warschauer Aufstandes,laden herzlichst ein zur Ausstellungseröffnung am 12. Juli um 18Uhr in der Alten Staatskanzlei in der Prinzregentenstr. 7 in München.

     

    Angesichts des Vorrückens der sowjetischen Verbände in der Sommeroffensive 1944 bis vor die Tore Warschaus entfachte die polnische Heimatarmee (Armia Krajowa) am 1. August 1944 einen Aufstand gegen die deutschen Besatzer. Die rund 40.000 Soldaten der Armia Krajowa unter Führung von General Graf Tadeusz Komorowski (1895-1966) versuchten, die polnische Hauptstadt vor dem Einmarsch der Roten Armee aus eigener Kraft zu befreien. Eine siegreiche Erhebung gegen die deutschen Besatzer sollte das Symbol eines starken und künftig unabhängigen Polen sein.

    Nach erbittert geführten Häuserkämpfen in den Straßen Warschaus brachten die polnischen Verbände in den ersten Tagen bedeutende Teile der Stadt unter ihre  Kontrolle, bevor deutsche Einheiten allmählich die Oberhand gewannen. Während der Niederschlagung des Aufstandes verübten vor allem SS- und Polizeieinheiten zahllose Massaker. Der SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS und Polizei Heinz Reinefarth (1903-1979) war unmittelbar nach Beginn der Kämpfe von Heinrich Himmler aus Posen nach Warschau beordert worden, um den Aufstand niederzuschlagen. Seine aus verschiedenen SS- und Polizeieinheiten eilig zusammengestellte "Kampfgruppe Reinefarth" erschoss besonders in den ersten Tagen des Aufstandes Tausende Zivilisten. Der mehrfach vorbestrafte Oskar Dirlewanger (1895-1945) befehligte einen der berüchtigtsten Verbände der SS. Bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes ermordete die zur "Kampfgruppe Reinefarth" gehörende "Sturmbrigade Dirlewanger" mit anderen SS-Einheiten allein am 5. August 1944 in den Stadtteilen Ochota und Wola bis zu 15.000 Zivilisten. Insgesamt wurden zwischen 1. und 5. August in den beiden Stadtteilen bis zu 50.000 Zivilisten Opfer der Mordaktionen. Am 5. August 1944 übertrug Himmler dem SS-Obergruppenführer und General der Polizei Erich von dem Bach-Zelewski (1899-1972), der in den besetzten sowjetischen Gebieten den rücksichtslosen Kampf gegen Partisanen organisiert hatte, den Oberbefehl der deutschen Einheiten zur Niederschlagung des Warschauer Aufstandes.

    Unterstützung erhielten die Aufständischen durch die britische Royal Air Force, die wiederholt Waffen und Versorgungsgüter per Fallschirm über Warschau abwarf. Zutiefst verstimmt zeigten sich die Westalliierten über die Weigerung der Sowjets, den Aufständischen Hilfe zu leisten oder die britischen Versorgungsflugzeuge auf sowjetischen Flughäfen landen zu lassen. Josef W. Stalin hatte keinerlei Interesse an einem Sieg der nationalpolnischen Heimatarmee, die noch vor dem Eintreffen der Roten Armee in Warschau eine vermutlich antikommunistische Regierung etabliert hätte. Vielmehr war ihm daran gelegen, das kommunistische "Lubliner Komitee" als willfährige Regierung Polens zu installieren, das die Interessen Moskaus vertreten würde.

    Am 2. Oktober 1944 mussten die polnischen Verbände in Warschau die Waffen strecken. Rund 180.000 Polen, die meisten von ihnen Zivilisten, hatten ihr Leben verloren. Rund 60.000 Menschen wurden in Konzentrationslager deportiert und hunderttausende Warschauer in das Durchgangslager Pruszkow zwangsevakuiert. Systematisch zerstörten deutsche Verbände anschließend einen Großteil der nahezu menschenleeren Hauptstadt.

     

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