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  • 12 Oktober 2017

    Irena Sendler rettete hunderten jüdischen Kindern das Leben. Doch anders als der Deutsche Oskar Schindler, der ebenfalls viele Juden vor dem Tod bewahren konnte, ist die mutige Lebensleistung dieser Frau in Deutschland weitgehend unbekannt. Die Premiere und die Diskussion hat am 12. Oktober im Monopol Kino in München stattgefunden.

     

    Es moderierte Dr. Andrea Löw, Stellv. Leiterin des Zentrum für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte.

     

    Teilnehmer:

     

    Prof. Götz Aly, Politikwissenschaftler, Historiker und Journalist mit den Themenschwerpunkten nationalsozialistische Rassenhygiene, Holocaust und Wirtschaftspolitik der nationalsozialistischen Diktatur sowie Antisemitismus des 19. und 20. Jahrhunderts;

    Dr. Mateusz Szpytma, Stellv. Vorsitzender des Institutes für Nationales Gedenken IPN. Mitbegründer und ehem. Direktor des Museums der Familie Ulm - Polen die Juden gerettet haben in Markowa;

    Andrzej Wolf, Regisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent. Ausgezeichnet mit zahlreichen Preisen u.a. dem Offskar für das bisherige Lebenswerk. Der Film „Geschichte der Irena Sendlerowa“ wurde mit dem Spezialpreis des Internationalen Filmfestivals „Jüdische Motive“ ausgezeichnet (vergeben durch die Jüdische Glaubensgemeinde in Warschau).

     

    Zur Person von Irena Sendler: Als die Nazis ab 1940 Zehntausende Juden im Warschauer Getto zusammenpferchten, lebte in der polnischen Hauptstadt die katholische Sozialarbeiterin und Krankenschwester Irena Sendler. Sie war tief betroffen vom Leiden der Menschen und ahnte, dass deren weiteres Schicksal sie direkt in die Vernichtungslager führen würde. Als leitende Mitarbeiterin der polnischen Sozialbehörde verschaffte sich die damals kaum 30 Jahre alte Tochter eines Arztes Zugang zum Getto - unter dem offiziellen Vorwand, die Ausbreitung von Seuchen zu verhindern. Tatsächlich aber rettete sie bis zu ihrer Verhaftung 1943 rund 2500 jüdischen Kindern das Leben. Teilweise mit Schlafmitteln ruhig gestellt, brachte die Sendlerowa sie über die Kanalisation, in Särgen oder Sanitätskoffern auf die relativ sichere "arische" Seite Warschaus. Sendlerowa handelte nicht allein, sondern im Auftrag und engen Kontakt mit der polnischen Untergrundorganisation Zegota, der sie angehörte. Rund zehn Mitstreitende standen ihr zur Seite, wenn die Mädchen und Jungen in Mülltonnen und anderen Behältern in Sicherheit gebracht wurde. Sie kamen mit neuer Identität danach in die Obhut von Waisenhäusern, Klöstern und polnischen Familien und mussten sehr häufig ihren Aufenthaltsort wechseln. Sie ist dafür in der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als "Gerechte unter den Völkern" geehrt, eine Sinfonie in Israel wurde nach ihr benannt, und Schüler in den USA haben ihr das Theaterstück "Leben im Glas" gewidmet.

     

    Veranstalter: Generalkonsulat der Republik Polen in München in Kooperation mit dem Institut für Nationales Gedenken

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